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10.10.2016 | TCFD-Konferenz zu Anforderungen an eine zeitgemäße Klimaberichterstattung am Finanzmarktplatz Frankfurt

Am Mittwoch, den 5. Oktober 2016 diskutierten am Finanzmarktplatz Frankfurt am Main rund 90 Unternehmensvertreter, Investoren, Analysten und NGOs den Mehrwert einer zeitgemäßen Klimaberichterstattung.

In den Eröffnungsreden von EnBW-Finanzvorstand Thomas Kusterer und von Deka-Investment- Vorstandsmitglied Michael Schmidt wurde deutlich, dass Unternehmen als Berichterstatter und Investoren als Nutzer von Berichten davon überzeugt sind, dass eine aussagekräftige klimabezogene Risikoberichterstattung einen Beitrag zur besseren Bewertung von Unternehmen darstellt.

Insbesondere Thomas Kusterer ging in seinen Ausführungen auf die Arbeit der TCFD-Taskforce (Task Force on Climate-related Financial Disclosures) ein. Er führte aus, dass die TCFD das Ziel hat, Empfehlungen für eine möglichst effektive Klimaberichterstattung von Unternehmen zu erarbeiten, welche die potentiellen, materiellen, finanziellen Risiken des Klimawandels abbilden. Darüber hinaus sollen Vorschläge für eine möglichst einheitliche und vergleichbare Berichterstattung ausgearbeitet werden.

Im Gespräch mit dem Chefredakteur der Börsenzeitung, Claus Döring, wurden die Implikationen des 2-Grad-Ziel aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Einerseits, wie Unternehmen die Robustheit ihres Geschäftsmodells prüfen, andererseits wie Investoren die klimarelevanten Informationen, insbesondere vor dem Hintergrund des Pariser Abkommens, zukünftig nutzen.

Im ersten Panel zum Mehrwert einer effizienten und effektiven Klimaberichterstattung wurde intensiv der Status Quo thematisiert. Die Referenten waren sich einig, dass es bereits einige viel versprechende Standards sowie Beispiele von Unternehmen in der Klimaberichterstattung gibt.Allerdings muss das Bewusstsein bei Investoren und Analysten wie auch in den Unternehmen über Abteilungen hinweg gestärkt werden, damit der steigenden ökonomischen Bedeutung des Klimaschutzes angemessen Rechnung getragen wird. 

Im zweiten Panel wurden die Anforderungen an eine zeitgemäße Klimaberichterstattung debattiert. Es wurden betriebswirtschaftliche und moralische Erwägungen sowie Herausforderungen bei der Sammlung und Bewertung von Klimadaten von Unternehmen vorgetragen. Einig waren sich die Referenten, dass sich die Klimaberichterstattung von Unternehmen stetig weiter entwickelt, jedoch immer noch am Anfang befindet. Auch wenn zunehmend Investoren und Analysten klimabezogene Risikoinformation in ihrer Portfolioanalyse berücksichtigen, so gilt es, die Qualität der Daten zu erhöhen. Hier befinden sich Berichterstatter und Nutzer der Daten in einem stetigen Lernprozess.

Abschließend erläuterte Thomas Blöink vom Bundeministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV), welche Inhalte der nationale Regierungsentwurf zur Umsetzung der EU-CSR-Richtlinie enthält. Er beschrieb die intensiven Aushandlungsprozesse zwischen den Ministerien, wie auch die unterschiedlich geäußerten Wünsche und Erwartungen im Konsultationsprozess aus dem Frühjahr. Letztlich gehen die Überlegungen der TCFD-Taskforce und der EU-CSR-Richtlinie Hand in Hand und belegen die gestiegene Bedeutung von nicht-finanziellen Kennzahlen in der Unternehmenskommunikation und -steuerung. 

Weitere Infos: bit.ly/1wwACTy 

Econsense

Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft e.V.

econsense ist ein Zusammenschluss führender global agierender Unternehmen und Organisationen der deutschen Wirtschaft zu den Themen nachhaltige Entwicklung und Corporate Social Responsibility (CSR). Das Unternehmensnetzwerk wurde im Jahr 2000 auf Initiative des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e. V. (BDI) gegründet und versteht sich als Dialogplattform und Think Tank. Das Ziel von econsense ist es, nachhaltige Entwicklung in der Wirtschaft voranzubringen und gemeinsam gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

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