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22.02.2012 | PwC-Studie zu Corporate Citizenship: Wohltäter im Blindflug

"In der Mehrzahl noch ziellos" nennt Andreas Menke, als Vorstandsmitglied bei PwC für den Bereich "Sustainability Services" verantwortlich, die Corporate-Citizenship-Aktivitäten deutscher Unternehmen. Für die Studie "Corporate Citizenship – Was tun deutsche Großunternehmen?" befragte PwC ein Fünftel der 500 größten deutschen Unternehmen. Weniger als 40 Prozent von ihnen gaben an, Ziele für ihre Corporate-Citizenship-Aktivitäten zu definieren; und nur etwa jedes fünfte Unternehmen evaluiert Corporate-Citizenship-Projekte.

"Mit ihrer häufig schwach ausgeprägten Steuerung von Corporate Citizenship verschenken Unternehmen wertvolle Chancen", meint Andreas Menke: Noch glaubwürdiger als bisher könnten Unternehmen beispielsweise agieren, wenn sie ihre Corporate-Citizenship-Aktivitäten an den Kernkompetenzen des Unternehmens ausrichten. Noch größere gesellschaftliche Wirkung könnten sie erzielen, wenn sie unterschiedliche Aktivitäten gezielt miteinander verzahnen.

"Die schwache Steuerung ist umso erstaunlicher, da Corporate Citizenship in zwei von drei Unternehmen als überdurchschnittlich wichtig angesehen wird", fügt Andreas Menke an.

Auf einer Skala von 1 für "überhaupt nicht wichtig" bis 10 für "sehr wichtig" bewerten die befragten Entscheider aus deutschen Top-Unternehmen das Thema Corporate Citizenship im Durchschnitt mit der Note 6,4. Mehr als 40 Prozent der Befragten stufen Corporate Citizenship sogar zwischen 8 und der Maximalbewertung 10 ein.

Wirkung gesellschaftlichen Engagements lässt sich schwer messen
Als größte Herausforderung im Bereich von Corporate Citizenship nennen die Befragten die Planung, Messung und Steuerung von Corporate Citizenship. Fast zwei Drittel der Umfrageteilnehmer bewerten sie als "eher große Herausforderung". Ebenso fordernd empfinden es die Befragten sicherzustellen, dass Corporate Citizenship mit den Unternehmenszielen konform geht. Zudem wird die Wirkung gesellschaftlichen Engagements entsprechend selten tatsächlich gemessen: Nur zehn der hundert befragten Unternehmen gaben an, "immer" eine Wirkungsmessung durchzuführen.

"Die Verunsicherung darüber, wie gesellschaftliches Engagement mess- und evaluierbar wird, ist offenbar immer noch groß", kommentiert Andreas Menke. Dabei stehen mittlerweile mehrere Standards zur Verfügung, darunter auch die IOOI-Methode, an deren Entwicklung PwC maßgeblich beteiligt war.

Econsense

Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft e.V.

econsense ist ein Zusammenschluss führender global agierender Unternehmen und Organisationen der deutschen Wirtschaft zu den Themen nachhaltige Entwicklung und Corporate Social Responsibility (CSR). Das Unternehmensnetzwerk wurde im Jahr 2000 auf Initiative des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e. V. (BDI) gegründet und versteht sich als Dialogplattform und Think Tank. Das Ziel von econsense ist es, nachhaltige Entwicklung in der Wirtschaft voranzubringen und gemeinsam gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

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