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18.01.2011 | PwC: Ausbau ohne Alternative – Erneuerbare Energien brauchen mehr Investitionen

PwC zur "Handelsblatt Jahrestagung Energiewirtschaft 2011": Steigender Energiebedarf und Klimawandel machen Ausbau der Erneuerbaren unverzichtbar / Subventionen bleiben langfristig notwendig

Wind, Sonne, Wasserkraft und andere erneuerbare Energien werden Kohle, Gas und Erdöl zwar auf absehbare Zeit nicht ersetzen können. Dennoch sind forcierte private und staatliche Investitionen in Erschließung und Erforschung regenerativer Energiequellen unumgänglich. "Die weltweite Energienachfrage wird in den kommenden Jahrzehnten drastisch steigen. Auf der anderen Seite sind die fossilen Energievorkommen begrenzt. Selbst wenn es das Problem des Klimawandels nicht gäbe, müssten wir also mehr Energie aus regenerativen Quellen erzeugen, um den Bedarf zu decken und massiven Preissteigerungen, Verteilungskämpfen und auch verstärkten politischen Spannungen vorzubeugen", betont Manfred Wiegand, Leiter des Bereichs Energie bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, auf der "Handelsblatt Jahrestagung Energiewirtschaft 2011".

Energieverbrauch der Schwellenländer steigt sprunghaft
Die Internationale Energie Agentur (IEA) prognostiziert in ihrem "World Energy Outlook 2010" für den Zeitraum von 2008 bis 2035 einen Anstieg der weltweiten Primärenergienachfrage um 36 Prozent, die Stromnachfrage dürfte sogar um 75 Prozent zulegen. Ein Großteil dieses zusätzlichen Energiebedarfs entfällt auf die Schwellenländer. So wird der Energieverbrauch bis 2035 in China um voraussichtlich 75 Prozent und in Indien um annähernd 130 Prozent steigen, während er in den OECD-Staaten lediglich um drei Prozent zulegen und in der EU sogar leicht sinken dürfte.

Die IEA geht in dieser Prognose bereits von einem deutlichen Ausbau erneuerbarer Energiequellen aus ("New Policies Scenario"). Demnach sinkt der Anteil fossiler Primärenergie zwar von 81 Prozent auf 73 Prozent. Die Konsequenzen für das Weltklima wären dennoch kaum hinnehmbar. Denn wegen der Zunahme der gesamten Energieerzeugung lägen die CO2-Emissionen 2035 um mehr als 20 Prozent über dem Niveau von 2008, wodurch die Treibhausgas-Konzentration in der Atmosphäre auf 650 ppm (Parts per Million) und die globale Durchschnittstemperatur um voraussichtlich 3,5 Grad Celsius anstiege.

Um den auf den UN-Klimakonferenzen von Cancun vereinbarten Wert von 2,0 Grad Celsius zu erreichen, müsste der CO2-Ausstoß bis 2035 hingegen um 26 Prozent sinken. "Selbst wenn alle im ‚New Policies Scenario’ berücksichtigten Maßnahmen zur Reduzierung der CO2-Emissionen umgesetzt würden, wäre die Nachhaltigkeit der zukünftigen globalen Energieversorgung eher zweifelhaft", kommentiert Wiegand.

Ohne Subventionen geht es nicht
Bereits die im "New Policies Scenario" prognostizierte Verdreifachung der Primärenergieerzeugung aus regenerativen Quellen geht mit einer massiven Subventionierung einher. So dürfte sich das Volumen staatlicher Förderungen und Subventionen von rund 57 Milliarden US-Dollar im Jahr 2009 auf über 200 Milliarden US-Dollar bis 2035 erhöhen.

Noch höher wird die Rechnung ausfallen, wenn das Ziel einer Erderwärmung von maximal 2,0 Grad Celsius erreicht werden soll. Denn im "New Policies Scenario" erreicht der Anteil der erneuerbaren Energien trotz der Milliardensubventionen nur 32 Prozent bei der Stromerzeugung beziehungsweise 16 Prozent bei der Wärme- und acht Prozent bei der Kraftstoffversorgung. Notwendig wären jedoch Anteile von 45 Prozent, 21 Prozent sowie 14 Prozent.

"Das Potenzial für den Ausbau erneuerbarer Energien ist enorm. Dennoch dürfen alle Akteure nicht außer acht lassen, dass 2035 auch im günstigsten Fall der Großteil unserer Energie aus fossilen Quellen stammt. Wir müssen also den Gesamtmix optimieren, an statt einzelne Energieformen gegeneinander auszuspielen", warnt Wiegand.

Econsense

Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft e.V.

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