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02.04.2013 | Generali Altersstudie 2013: Einsam, unzufrieden, unsolidarisch? Deutschlands Generation 65plus widerlegt verbreitete Vorurteile

Sie haben kaum Sozialkontakte, nörgeln über ihre Lebenssituation und fühlen sich nicht zuständig für die Belange der Jüngeren – noch immer sind das in unserer Gesellschaft vorherrschende Altersbild negativ gefärbt und der Blick auf die Älteren defizitorientiert. Die Generali Altersstudie, im Auftrag des Generali Zukunftsfonds vom Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt, zeichnet allerdings ein anderes Bild: „Die 65- bis 85-Jährigen in Deutschland gestalten ihr Leben heute völlig anders, als es noch ihre Eltern getan haben. Es ist an der Zeit, sich von gängigen Vorurteilen zu verabschieden“, erklärt Loring Sittler, Leiter des Generali Zukunftsfonds.

Abwechslungsreicher Alltag statt Monotonie: Die Generation der 65- bis 85-Jährigen führt heute ein überwiegend aktives Leben, in dem Familie, eigene Interessen, Hobbys und ehrenamtliches Engagement eine große Rolle spielen. Auf einer Skala von 0 (monoton) bis 10 (sehr abwechslungsreich) wird der eigene Alltag mit durchschnittlich 7,1 als (sehr) abwechslungsreich eingestuft.

Ältere Menschen sind auf Achse: Fast ein Drittel der 65- bis 85-Jährigen verlässt täglich das Haus, weitere 27 Prozent an fünf oder sechs Tagen in der Woche. Nur ein Prozent der Altersgruppe verlässt nie die eigenen vier Wände, fünf Prozent nur an einem Tag, acht Prozent an zwei Tagen. Im Durchschnitt sind die 65- bis 85-Jährigen an rund fünf Tagen pro Woche unterwegs.

Stabile Netzwerke statt Einsamkeit: Fast drei Viertel fühlen sich selten oder nie einsam, nur eine Minderheit von vier Prozent der 65- bis 85-Jährigen fühlt sich häufig, 19 Prozent fühlen sich manchmal einsam. Das soziale Umfeld stimmt zufrieden: Soziale Kontakte werden von der Generation der 65- bis 85-Jährigen als gut bis sehr gut eingestuft. 79 Prozent können auf langjährige Freundschaften zurückblicken, jeder Zweite hat einen festen Freundes- und Bekanntenkreis. Im Mittelpunkt der sozialen Kontakte steht die Familie: 89 Prozent der 65- bis 85-Jährigen haben Kinder, 76 Prozent Enkel. Davon sehen 73 Prozent ihre Kinder mehrmals im Monat, 34 Prozent sogar (fast) täglich. Dabei beschreiben 51 Prozent das Verhältnis zu ihren Kindern als sehr gut, 36 Prozent als gut. Nur drei Prozent halten es für nicht so gut.

Zufriedenheit statt Nörgelei: Die Mehrheit der 65- bis 85-Jährigen sieht keinen Grund, über ihr Leben zu klagen. 85 Prozent bewerten ihre Lebenssituation als sehr gut bis gut, nur zwölf Prozent ziehen eine negative Lebensbilanz. Auch die Bewertung der derzeitigen Lebenssituation fällt überwiegend positiv aus: Auf einer Skala von 0 (überhaupt nicht zufrieden) bis 10 (völlig zufrieden) stufen 57 Prozent ihre Lebenszufriedenheit bei einem Wert von 8 und höher ein.

Verantwortung für die Gesellschaft: 57 Prozent der 65- bis 85-Jährigen sehen die Entwicklung des Landes und der Gesellschaft auch als Aufgabe ihrer Generation an. Die Erwartungen an die Bundesregierung betreffen häufig die Folgegenerationen. So fordern 59 Prozent die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, 58 Prozent die Verringerung der Staatsverschuldung und 50 Prozent die stärkere Förderung von Familien mit Kindern. 45 Prozent wünschen sich eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dieses Verantwortungsgefühl spiegelt sich auch beim bürgerschaftlichen Engagement wider: 45 Prozent der Älteren sind ehrenamtlich engagiert, selbst unter den 80- bis 85-Jährigen sind es noch 29 Prozent.

 

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