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12.03.2012 | Ernst&Young Studie: Aktuelle Trends im Nachhaltigkeitsmanagement

  • Neue Ernst & Young Studie identifiziert sechs Top-Trends im Nachhaltigkeitsmanagement.
  • Befragt wurden fast 300 Nachhaltigkeitsmanager weltweit aus Unternehmen ab 1 Mrd. US$ Umsatz.


Ernst & Young hat in Zusammenarbeit mit der GreenBiz Group eine neue Studie zu aktuellen Entwicklungen der unternehmerischen Nachhaltigkeit vorgelegt. Aus der Befragung von fast 300 Nachhaltigkeitsverantwortlichen aus Unternehmen mit mehr als 1 Mrd. US$ Umsatz haben sich sechs aktuelle Top-Trends herauskristallisiert.

Die Studie identifiziert ein weiterhin steigendes Interesse sowohl von Unternehmen als auch von Seiten der Stakeholder am Nachhaltigkeits-Reporting, trotz der geringen Standardisierung in diesem Bereich. Die befragten Nachhaltigkeitsmanager sehen außerdem eine steigende Bedeutung der Rolle der Finanzvorstände für das Nachhaltigkeitsmanagement sowie eine wachsende Aufmerksamkeit der Mitarbeiter für das Thema Nachhaltigkeit.

Trotz eines fehlenden regulatorischen Rahmens ist das Interesse am Reporting von Treibhausgasen ungebrochen, während das Thema Wasser immer wichtiger wird. Des Weiteren gewinnt das Thema der Ressourcenbeschaffung und –verfügbarkeit an Bedeutung. Zudem blicken die Unternehmen weiterhin gespannt auf die Ergebnisse von Rankings und Ratings zum Thema Nachhaltigkeit - auch weil das Listing in Nachhaltigkeitsindizes für Investoren immer entscheidungsrelevanter wird.   

Das gesamte Thema der unternehmerischen Nachhaltigkeit hat sich über die letzten zwei Jahrzehnte stark gewandelt, wurde es früher als ein freiwillig bearbeitetes Zusatzthema gesehen, ist es  mittlerweile zu einem strategischen Kernthema, wie Sicherheit oder Qualität geworden, dem auch die Krise der letzten Jahre nichts an Bedeutung nehmen konnte.

Dabei bleiben Kosteneinsparungen und die Erfüllung von Erwartungen der Stakeholder wichtigste Triebkräfte auf der Nachhaltigkeitsagenda. Über die Hälfte der Manager erwarten folglich steigende Budgets für das Nachhaltigkeitsmanagement in den nächsten Jahren.

Die Trends im Einzelnen sind:

Trend 1: Nachhaltigkeitsberichterstattung
Das Thema der Berichterstattung nachhaltigkeitsrelevanter Informationen bleibt eines der wichtigsten, zwei Drittel der Befragten verzeichneten im letzten Jahr eine steigende Nachfrage nach solchen Informationen von Seiten der Anteilseigner und Investoren, was sich auch in der steigenden Anzahl veröffentlichter Berichte zeigt. Um diese Herausforderungen an die Unternehmen zu größerer Transparenz und Offenlegung nachhaltigkeitsrelevanter Informationen effizient zu managen ist es jedoch notwendig, dass die Standardisierung der Inhalte und vor allem der verwendeten Verfahrensweisen bei der Erstellung der Berichte voranschreitet. Ein Weg kann auch die externe Verifizierung sein, welche ein Viertel der Befragten bereits heute durchführen lässt.

Trend 2: Die Rolle des CFO gewinnt für Nachhaltigkeit an Bedeutung
Immer mehr Finanzvorstände sind in das Thema Nachhaltigkeit eingebunden, was für die Fälle, in denen Kostenreduktionen als Priorität auf der (Nachhaltigkeits-) Agenda der Unternehmen steht, auch nicht verwundert. Aber auch die steigende Bedeutung des „Integrated Reporting“, also die Zusammenführung traditioneller Finanzberichterstattung mit dem nicht-finanziellen Reporting, trägt zu Erhöhung der Bedeutung der CFOs für das Thema Nachhaltigkeit bei.

Trend 3: Mitarbeiter entwickeln sich zur Schlüsselgruppe der nachhaltigkeitsrelevanten Stakeholder
Allgemein wird angenommen, dass das Nachhaltigkeitsmanagement von Unternehmen aufgrund des Drucks von Kunden, Investoren, Anteilseignern, NGOs oder Regulierungsbehörden durchgeführt wird. Diese Studie kommt jedoch zu dem überraschenden Ergebnis, dass Mitarbeiter die zweitwichtigste Stakeholder-Gruppe nach den Kunden ist. Dies spiegelt die Einsicht wider, dass eine ernsthafte Beteiligung und Schulung von Mitarbeitern zu nachhaltigkeitsrelevanten Themen enorme Potenziale entfalten kann. 

Trend 4: Trotz regulatorischer Unsicherheit bleibt das Thema Treibhausgas-Reporting präsent und das Thema Wasser gewinnt an Bedeutung
76 % der Befragten veröffentlichen Daten zu den Treibhausgasemissionen ihres Unternehmens, auch verstanden als Effizienzmessgröße, denn CO2-Emissionen werden zunehmend auch als Abfall und als Ausdruck von Ineffizienz gesehen. Mittlerweile veröffentlichen fast zwei Drittel der Unternehmen Daten zum Wasserverbrauch und immer mehr lassen sich ihren „Water Footprint“ bereits extern verifizieren.

Trend 5: Das Bewusstsein für knapper werdende Ressourcen steigt
Mehr als drei Viertel der Befragten erwarten, dass das Thema Ressourcenknappheit für ihr Unternehmen in den nächsten Jahren wichtig wird. In einer Welt mit bald weltweit 4,9 Mrd. Menschen in der Mittelschicht wird die langfristig sichere Beschaffung von Rohstoffen immer schwieriger werden, nicht nur für „seltene Erden“.

Trend 6: Rankings und Ratings bleiben relevant
Trotz des oft hohen Zeitaufwandes für die Beantwortung von Fragebögen und die Teilnahme an Studien bleiben nachhaltigkeitsrelevante Ratings und Rankings für Unternehmen wichtig, damit ihre Anstrengungen im Bereich Nachhaltigkeit auch extern die verdiente Würdigung erhalten. Dabei bleibt der Dow Jones Sustainability Index der mit Abstand wichtigste Vergleich der Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen, gefolgt von den „leadership rankings“ des Carbon Disclosure Projects.

Die Studie zeigt einmal mehr, dass das Thema unternehmerische Nachhaltigkeit ein sehr dynamisches Feld ist und bleibt, dessen geringe regulatorische Ausgestaltung Unternehmen als Möglichkeit sehen sollten, sich strategisch zu positionieren und individuelle Potenziale zu entfalten.

Die Studie als Download in englischer Sprache finden Sie hier.

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Econsense

Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft e.V.

econsense ist ein Zusammenschluss führender global agierender Unternehmen und Organisationen der deutschen Wirtschaft zu den Themen nachhaltige Entwicklung und Corporate Social Responsibility (CSR). Das Unternehmensnetzwerk wurde im Jahr 2000 auf Initiative des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e. V. (BDI) gegründet und versteht sich als Dialogplattform und Think Tank. Das Ziel von econsense ist es, nachhaltige Entwicklung in der Wirtschaft voranzubringen und gemeinsam gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

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