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04.07.2016 | Daimler: Industrie 4.0

Die Automobilbranche steht vor fundamentalen Veränderungen. Vor allem die Digitalisierung treibt diesen Wandel. Die Verbindung von physischer und digitaler Welt wird häufig mit dem Schlagwort „ Industrie 4.0“ oder als vierte industrielle Revolution bezeichnet. Doch was genau ist damit gemeint? Wie versteht Daimler diesen Prozess?

„Unter dem Begriff ‚Industrie 4.0‘ verstehen wir bei Mercedes-Benz die Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette von der Konstruktion und Entwicklung über die Produktion, wo der Begriff seinen Ursprung hat, bis hin zu Vertrieb und Service“, erläutert Markus Schäfer, Bereichsvorstand Mercedes-Benz Cars, Produktion und Supply Chain Management, Daimler AG. „Für uns bei Daimler steht außer Frage, dass der digitale Wandel unsere Branche grundlegend verändern wird. Das gilt für die Methoden, nach denen wir unsere Fahrzeuge entwickeln, planen und bauen. Das betrifft die Art, wie wir mit unseren Kunden in Kontakt treten. Und nicht zuletzt wird der digitale Wandel an unseren Produkten selbst erfahrbar.“

Wenn sich Mensch, Maschine und industrielle Prozesse intelligent vernetzen, können schneller individuelle Produkte in hoher Qualität entstehen. Produktions- und Herstellkosten lassen sich wettbewerbsfähig gestalten.

Mensch und Roboter – ziemlich beste Freunde

In Bremen arbeiten deshalb erstmals Mensch und Roboter in einem Betriebsversuch ohne Schutzzaun zusammen. Der Roboter nimmt in der Montage der Mercedes-Benz C-Klasse dem Mitarbeiter körperlich belastende Arbeiten ab. Dabei überwacht der Mensch die Bewegungen des Roboters.

Mehr als 110 kg wiegt das Power-Batterie Paket, das mit einer scheinbaren Leichtigkeit mit Hilfe eines Roboters in das geöffnete Heck der C-Klasse verschwindet und dort punktgenau eingelegt wird. Der Roboter folgt dabei auf Knopfdruck und unterstützt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Montage der Hybridbatterie für den C 350 e.

Im Vergleich zum manuellen Prozess sind dadurch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an dieser Montagestation deutlich entlastet: Ohne Roboter müssen sie sonst die Hybridbatterie mit einem speziell konstruierten Handhabungsgerät aus dem Ladungsträger abholen, das ganze Paket selbst beschleunigen und wieder abbremsen, um 90° drehen und dann mit viel Geschick und mit Menschenkraft vorsichtig in das geöffnete Heck einbauen.

Eng geht es dabei zu – links und rechts passt nicht mal eine Daumenbreite dazwischen. Ab und zu muss dann noch die Batterie zurechtgerückt werden, damit sie mit der Karosserie verschraubt werden kann. Mit den derzeitigen Batteriegewichten ist zurzeit noch alles im grünen Bereich - zukünftig werden die Batterien aber schwerer und der Absatz an Hybridfahrzeugen voraussichtlich stark ansteigen. Dadurch steigen auch die Produktionszahlen, die Taktung pro Schicht und Tag nimmt zu – und das ist durch den Menschen dann nicht mehr zu leisten.

Diese Erkenntnis war der Startpunkt für Maik Kube aus der Montageplanung in Bremen: Gemeinsam mit der Verfahrensentwicklung entwickelte und testete er neue Möglichkeiten zum Verbau der Hybridbatterie. Die Mensch-Roboter-Kooperation (MRK) ist jetzt als Betriebsversuch in die laufende Produktion in Bremen integriert.

Der Betriebsversuch ist zunächst zeitlich begrenzt – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort verbessern mit ihrem Feedback und ihren Erfahrungen das MRK-System. Parallel laufen sogar schon die ersten Planungen für die Verbauung der nachfolgenden Batterietypen: Die erforderlichen Montagesysteme werden bereits in der Entwicklungsphase der Batterien intensiv untersucht. Das Ziel: „Über alle Batterie- und Fahrzeugvarianten hinweg wollen wir ein einheitliches, skalierbares und voll flexibles Montagesystem entwickeln“, so Peter Graupner, Teamleiter der TECFabrik für Konstruktion & Simulation von Produktionsinnovationen. 

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Econsense

Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft e.V.

econsense ist ein Zusammenschluss führender global agierender Unternehmen und Organisationen der deutschen Wirtschaft zu den Themen nachhaltige Entwicklung und Corporate Social Responsibility (CSR). Das Unternehmensnetzwerk wurde im Jahr 2000 auf Initiative des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e. V. (BDI) gegründet und versteht sich als Dialogplattform und Think Tank. Das Ziel von econsense ist es, nachhaltige Entwicklung in der Wirtschaft voranzubringen und gemeinsam gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

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