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28.01.2015 | Bayer ruft Innovationsforum ins Leben

Gemeinsame Offensive von Politik und Wirtschaft

"Wir brauchen wieder viel mehr Offenheit und Begeisterung für Innovationen in der Gesellschaft", forderte der Bayer-Vorstandsvorsitzende Dr. Marijn Dekkers zum Auftakt des Bayer-Innovationsforums. Das Forum soll helfen, in Deutschland ein positives Klima für Innovationen zu schaffen.
Bei der neuen von Bayer initiierten Veranstaltungsreihe in Berlin werden sich Fachleute aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, sowie von Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen über Chancen und Risiken von Innovationen austauschen.

"Deutschland ist deutlich skeptischer gegenüber dem Fortschritt eingestellt als andere Staaten in der EU. Ganz zu schweigen von Ländern wie den USA, China oder Japan", sagte Dekkers bei seiner einführenden Rede vor den gut 60 Teilnehmern in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin. Fakt ist: Bei einer Umfrage der OECD wurden die Deutschen gefragt, ob Wissenschaft und Technik ihr Leben gesünder, einfacher und bequemer macht. Weniger als 60 Prozent stimmten zu. "Es ist schon erstaunlich: Im globalen Wettbewerb sind deutsche Unternehmen mit Innovationen sehr erfolgreich. Aber die Skepsis gegenüber neuen Entwicklungen ist hierzulande besonders groß", führte Dekkers weiter aus.

Große Skepsis ohne Produkterfahrung
Zuvor war der international anerkannte Risikoforscher Professor Ortwin Renn in seinem Gastvortrag der Frage nachgegangen, ob die Deutschen technikmüde sind. Sein Fazit: Wenn die Deutschen Technologien in der Anwendung erleben, sind sie nicht technikfeindlicher als andere Nationen. Beim Einsatz von neuer Technik am Arbeitsplatz sind sie nach anfänglicher Zurückhaltung im Vergleich sogar oft viel effizienter. Die Skepsis gegenüber neuen Technologien überwiegt nur dann, wenn die konkrete Erfahrung im Umgang mit Innovationen fehlt. Dann ist das Misstrauen in Deutschland allerdings gleich viel größer als in anderen Ländern, so Renn. Entscheidend ist aus seiner Sicht daher, das Vertrauen der Menschen in Innovationen durch konstruktive Formen der Beteiligung und den Hinweise auf eigene Handlungsmöglichkeiten zu stärken.

Bündnis für Innovationen
Dr. Marijn Dekkers warb deshalb für mehr Offenheit gegenüber Innovationen. In einer gemeinsamen Innovationsoffensive von Wirtschaft und Politik soll das neue Innovationsforum dazu dienen, konkrete Lösungsvorschläge zu erarbeiten und so bestehende Hemmnisse für die Innovationsfähigkeit abzubauen.

Dabei nahm der Bayer-Vorstandsvorsitzende sich selbst in die Pflicht. Er räumte ein, dass auch in den Unternehmen Hemmnisse bestünden, Innovationen umzusetzen: "Bei Bayer haben wir unsere Innovationskultur in den vergangenen Jahren stärker in den Blickpunkt gerückt. Partnerschaften, größere Flexibilität und Zugang zu neuen Ideen sind zentral für unser Geschäftsmodell und erlauben uns, gesellschaftliche Erwartungen in unsere Projekte zu integrieren."

Gesetzesfolgen für die Innovationsfähigkeit abschätzen
Den anwesenden Politikern verdeutlichte Dekkers seine Idee, bei neuen Gesetzen regelmäßig auch die Folgen für das Innovationssystem Deutschlands abzuschätzen: "Es greift zu kurz, nur den Zeitaufwand und die Kosten einer geplanten Regelung zu betrachten. Wir brauchen für jedes Gesetzesvorhaben eine Prognose über die Auswirkungen auf Wachstumskraft und Innovationsfähigkeit."

Bei der anschließenden Diskussion lieferten die Teilnehmer weitere Impulse und Denkanstöße, die bei den kommenden Foren aufgegriffen werden. "Mit dem Innovationsforum wollen wir ein dauerhaftes Dialoginstrument zwischen Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen etablieren. Die Plattform soll dazu dienen, einzelne aktuell relevante Innovationsthemen zu diskutieren aber auch übergreifende strukturelle Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten, um die Voraussetzungen für Innovationen „Made in Germany“ weiter zu verbessern", sagte Stephan Schraff, Leiter des Bayer-Verbindungsbüros in Berlin.

Econsense

Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft e.V.

econsense ist ein Zusammenschluss führender global agierender Unternehmen und Organisationen der deutschen Wirtschaft zu den Themen nachhaltige Entwicklung und Corporate Social Responsibility (CSR). Das Unternehmensnetzwerk wurde im Jahr 2000 auf Initiative des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e. V. (BDI) gegründet und versteht sich als Dialogplattform und Think Tank. Das Ziel von econsense ist es, nachhaltige Entwicklung in der Wirtschaft voranzubringen und gemeinsam gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

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