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06.11.2014 | Auftaktkonferenz zum Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte mit EnBW-Beteiligung

Unter Leitung vom Auswärtigen Amt entwickelt die Deutsche Bundesregierung in den kommenden zwei Jahren in einem Multistakeholder-Prozess einen Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte. Die EU Kommission hat die Mitgliedsstaaten aufgefordert, für die vom Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen (VN) am 16.11.2011 in Genf verabschiedeten Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte ein Umsetzungskonzept auszuarbeiten. Ziel ist es, den Adressaten, staatliche und nichtstaatliche Akteure, praktische Hilfestellungen bei der Umsetzung und Anwendung der Leitprinzipien zu geben.

Auf der Auftaktkonferenz in Berlin kamen Ministerialbeamte, Politiker, Unternehmensvertreter, Gewerkschaftler, Vertreter der Zivilgesellschaft und Wissenschaftler zusammen, um ihre Erwartungshaltung an den Entwicklungsprozess des Nationalen Aktionsplans vorzustellen und die Eckpunkte der Zusammenarbeit für die nächsten zwei Jahre festzulegen. Im Mittelpunkt stehen die 31 Prinzipien, welche die staatliche Pflicht zum Schutz der Menschenrechte, die Unternehmensverantwortung zur Achtung der Menschenrechte sowie den Zugang zu effektiven Rechtsmitteln, konkretisieren.

Die Einhaltung von ethischen Mindeststandards und somit die Achtung von Menschenrechten gehören heute bei den allermeisten Unternehmen in Deutschland zum Grundverständnis der unternehmerischen Verantwortung . Alle beteiligten Akteure stehen nun vor der Aufgabe, in einem offenen Prozess, Maßnahmen und Methoden zu entwickeln, welche die Hauptakteure, den Rechtsstaat sowie die Unternehmen nicht überfordern, sondern Stärken, Expertise und Erfahrungen bei der Umsetzung der Leitprinzipien im Unternehmen und entlang der Lieferkette zur Geltung zu bringen.

Die EnBW beteiligt sich aktiv an diesem Prozess und hat auf dem Abschlusspanel der Veranstaltung deutlich gemacht, dass für die meisten deutschen Unternehmen die Achtung von Menschenrechten bereits heute zum Wertekanon zählt. Dennoch besteht Klärungsbedarf bei der operativen Berücksichtigung der Leitprinzipien Wirtschaft und Menschenrechte, z.B. bei der Wahl geeigneter Methoden und Prozesse, wie dem Konzept der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht („Due Diligence“) im Unternehmensalltag Geltung verschafft werden kann oder bei der Frage einer geeigneten und den Stakeholder-Anforderungen genügenden Berichterstattung, Transparenz und Wirksamkeitskontrolle. Hier bestand auf dem Abschlusspanel Konsens unter den Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaft und Zivilgesellschaft, dass der Nationale Aktionsplan hier wichtige Beiträge leisten kann.

Die EnBW wird ihre Kenntnisse, insbesondere aus den Erfahrungen bei der kontinuierlichen Weiterentwicklung einer verantwortlichen Steinkohlebeschaffung, in den Prozess miteinbringen. Die EnBW begrüßt die ausgewogene Zusammensetzung der Steuergruppe, die den Prozess koordinieren wird. Die Interessen der Privatwirtschaft werden u.a. über Econsense - Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft - in der Steuerungsgruppe vertreten. Darüber hinaus wird die EnBW auch gezielt ihre Erfahrungen und Expertise in Arbeitsgruppen und bei der Kommentierung von Arbeitspapieren einbringen.

Weitere Informationen:

Das Video zur Konferenz finden Sie hier.

Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte  
(Internetseite des Auswärtigen Amts zum Aktionsplan)

Econsense

Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft e.V.

econsense ist ein Zusammenschluss führender global agierender Unternehmen und Organisationen der deutschen Wirtschaft zu den Themen nachhaltige Entwicklung und Corporate Social Responsibility (CSR). Das Unternehmensnetzwerk wurde im Jahr 2000 auf Initiative des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e. V. (BDI) gegründet und versteht sich als Dialogplattform und Think Tank. Das Ziel von econsense ist es, nachhaltige Entwicklung in der Wirtschaft voranzubringen und gemeinsam gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

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