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04.01.2016 | 25.000 Euro für Initiative "Der Weg nach Hause"

Bertelsmann hat dem Bielefelder Palliativ-Team "Der Weg nach Hause" zu Weihnachten erneut 25.000 Euro zur Verfügung gestellt, um schwerstkranken Kindern und Jugendlichen eine Versorgung im häuslichen Rahmen zu ermöglichen.

Der Bertelsmann-Vorstandsvorsitzende Thomas Rabe übergab am 23. Dezember einen entsprechenden Scheck an Dr. Rainer Norden, Vorstand der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, Prof. Dr. Eckard Hamelmann, Chefarzt der Kinderklinik Bethel, sowie Dr. Stefan Schwalfenberg, Oberarzt des Projektes "Der Weg nach Hause". Insgesamt hat Bertelsmann damit bereits zum neunten Mal auf Weihnachtsgeschenke für Geschäftspartner verzichtet, um schwerstkranke Kinder in der Region zu unterstützen. Mehr als 225.000 Euro sind so im Laufe der vergangenen Jahre für "Der Weg nach Hause" – eine gemeinsame Initiative des Kinderzentrums Bethel und der Luca-Dethlefsen-Hilfe – zusammengekommen.

"Kinder und Jugendliche, die mit lebensbedrohlichen Erkrankungen zu kämpfen haben, benötigen nicht nur exzellente ärztliche Betreuung, sie brauchen auch familiäre Geborgenheit und die vertraute häusliche Umgebung", sagte Thomas Rabe bei der Scheckübergabe im Corporate Center von Bertelsmann in Gütersloh. "Die Initiative 'Der Weg nach Hause' steht in diesem Sinne aktuell 75 betroffenen Familien mit einem Team mobiler Palliativmediziner und Sozialarbeiter zur Seite. Sie entlasten die Familien zugleich durch Beratung und spezielle therapeutische Angebote. Wir bei Bertelsmann möchten zu diesem überaus sinnvollen Engagement einen Beitrag leisten", so Rabe weiter.


Kleine "Intensivstation" für Hausbesuche

Seit Gründung des Palliativteams im Jahr 2004 hat sich die Zahl der zu versorgenden Kinder mehr als vervierfacht. "Wir betreuen mittlerweile nicht nur unheilbar kranke Kinder mit Krebserkrankungen, sondern auch Patienten mit schweren chronischen Muskel- und Nervenerkrankungen. Häufig handelt es sich um Kinder, die beatmet werden müssen und unter anhaltenden Symptomen wie Krampfanfällen, Atemnot, Unruhe oder Schmerzen leiden. Unser Team hält deshalb für die Hausbesuche eine kleine 'Intensivstation' vor", erklärt Stefan Schwalfenberg. Auch wenn sich seitdem die Unterstützung durch die Krankenkassen verbessert habe, benötige das Team jedes Jahr erneut Spenden, um die gute Betreuung der Familien weiterhin zu gewährleisten, so der Kinderarzt und Palliativmediziner weiter.

Eckhard Hamelmann, Rainer Norden und Stefan Schwalfenberg dankten Bertelsmann für die Unterstützung. Neben den umfangreichen Angeboten zur Versorgung von akut und chronisch kranken Kindern und Jugendlichen im Kinderzentrum Bethel sei die Palliativarbeit sehr wichtig, so ihre gemeinsame Überzeugung. So könne den betroffenen Familien eine ganz auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Behandlung angeboten werden. Die Bertelsmann-Spende finanziere insbesondere den weiteren Teamaufbau und die Sozialarbeit.


Verträge mit gesetzlichen Krankenkassen

Zu Beginn hatte sich die Palliativmedizin in Bielefeld auf den Bereich der krebserkrankten Kinder beschränkt, nun sind es mehr als 80 Prozent der kleinen Patienten, die an einer nicht-onkologischen Erkrankung leiden. Die Therapie zu Hause wird von den Palliativpflegekräften und Palliativmedizinern gesteuert, sowohl durch Telefonate als auch durch Hausbesuche. Zudem können die Familien das Palliativteam rund um die Uhr, auch in der Nacht und am Wochenende, telefonisch direkt erreichen. Bei einer Krise, die dann nicht am Telefon und durch zuvor ausgearbeitete Notfallpläne bewältigt werden kann, kommen die Kräfte sofort nach Hause.

Im Zuge der Entwicklung zu einem SAPV-Team ("Spezialisierte Ambulante Palliativ-Versorgung") für Kinder und Jugendliche konnte Anfang 2015 ein Vertrag zwischen den von Bodelschwinghschen Stiftungen und den gesetzlichen Krankenkassen abgeschlossen werden. Somit zahlen nun die Krankenkassen die zuhause erfolgenden ärztlichen und pflegerischen Leistungen im Rahmen der Palliativversorgung – große Anteile der ambulanten Arbeit sind aber weiterhin nur durch Spenden möglich. Zwei Sozialarbeiter kümmern sich unter anderem um finanzielle Hilfsleistungen sowie Pflegedienstunterstützung oder ehrenamtliche Entlastung – und um die passenden Hilfsmittel, damit die kleinen Patienten und die ganze Familie mobil bleiben können. Alle Teammitglieder stehen der Familie für ausführliche Gespräche und im Rahmen der Trauerbegleitung zur Verfügung. Auch diese wichtigen, aber zeitintensiven Aufgaben werden nicht von den Krankenkassen getragen. Das Palliativteam vermittelt zudem über Spenden therapeutische Angebote wie die Musiktherapie oder die Hippotherapie – eine Form des therapeutischen Reitens –, die ebenfalls nicht über die Krankenkassen finanziert werden und die finanziellen Möglichkeiten der betroffenen Familien häufig übersteigen.

Aufgrund der stark angestiegenen Versorgungszahlen und der intensiven Begleitungen fahren momentan werktags von Bielefeld-Bethel aus zwei Teams – ein Arzt und eine Pflegekraft oder ein Sozialarbeiter– zeitgleich zu den Hausbesuchen. Ein Hausbesuch zur Krisenintervention dauert mindestens eine Stunde, bei schwierigen Fragestellungen oder beim ersten Kennenlernen der Familie bis zu zwei Stunden. Bei Anfahrtswegen von bis zu 100 Kilometern – drei Familien leben zum Beispiel im Sauerland, eine Familie hinter Minden – sind beide Teams in der Regel durch zwei parallele Hausbesuche schon bis zum Mittag beschäftigt; die Zeit zur Nachbearbeitung, koordinierende Telefonate und Dokumentation nicht eingeschlossen.

Um den Anforderungen an die Versorgungsqualität und an die benötigte Zeit für die Familien gerecht werden zu können, rechnet das Team von "Der Weg nach Hause" damit, dass noch mehr Personal nötig ist – auch, weil die Zahl der Patienten weiter steigen wird, wie Rückmeldungen zum Beispiel aus den umliegenden Kinderkliniken und den ambulanten Pflegediensten erwarten lassen. Sowohl für diesen Teamaufbau als auch für die wichtigen Felder der Sozial-, der Trauer- und Koordinationsarbeit wird das ambulante Palliativteam "Der Weg nach Hause" für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene auch künftig auf die Unterstützung durch "treue" Spender wie Bertelsmann angewiesen sein.

Mehr Infos über das Projekt "Der Weg nach Hause" und über Spendemöglichkeiten erfahren Sie in der angehängten Broschüre und im Internet unter diesem Link.

Econsense

Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft e.V.

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